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Der Gummy-Boom: Marktdaten zum dominierenden Supplement-Format

Unilever zahlte 1,2 Mrd. Dollar für Grüns – vor allem für das Gummy-Format. Was der Boom für Supplement-Marken bedeutet.

Amber glass supplement bottle tipped over with translucent gummies spilling onto a warm cream surface in golden light.

Unilever hat 1,2 Milliarden Dollar für Grüns bezahlt. Nicht wegen der Inhaltsstoffe, und nicht allein wegen der Marke. Wegen des Formats. Supplement-Gummies zeigen ein grundlegend anderes Kaufverhalten als Kapseln und Pulver – und die Daten belegen das.

Key Takeaways

  • Gummies erzielen deutlich höhere Wiederkaufraten als Kapseln und Pulver
  • 18-35-Jährige: höchste Adoptionsrate aller Formate – getrieben durch Geschmack und Social-Media-Tauglichkeit
  • Kapseln und Pulver wirken „medizinisch" – Gummies wirken wie Lifestyle oder Food
  • ILS Gummies wurde ebenfalls in Q1 2026 übernommen – eine Konsolidierung auf Formatebene ist im Gange
  • Risiko: Das Gummy-Format erfordert andere Formulierungskompetenz und höhere Produktionskomplexität

Warum Gummy die Kapsel schlägt

Drei Faktoren erklären das Wachstum von Gummies im Supplement-Markt:

  1. Geschmack. Gummies macht man gerne. Kapseln und Pulver nimmt man. Wer keine Tabletten schlucken möchte, beseitigt mit Gummies einen täglichen Reibungspunkt. Die Einnahmetreue steigt.
  2. Kategorienwahrnehmung. Kapseln signalisieren „Medikament" – auch wenn sie keines sind. Gummies signalisieren „gesunder Snack" – zugänglicher und weniger abschreckend für alle, die neu in der Supplement-Welt sind. Das gilt besonders für 18- bis 25-Jährige, die die Kategorie zum ersten Mal betreten.
  3. Social Shareability. Ein Glas bunter Gummies landet auf TikTok. Eine schwarze Kapselbox eher nicht. Das Format ist von Natur aus sozialer – und das organische Marketing, das daraus folgt, ist ein struktureller Vorteil für DTC-Marken.

Was das für Marken bedeutet

Für Marken, die bei Kapseln und Pulvern bleiben: Sie werden nicht verschwinden. Hochdosierte Performance-Supplements wie Kreatin, Beta-Alanin oder Pre-Workout lassen sich kaum als Gummies formulieren. Das Gummy-Format hat klare Grenzen: Pro Gummy lassen sich typischerweise nur 500 mg bis 1 g Wirkstoff unterbringen – für hochdosierte Inhaltsstoffe ist das ineffizient. Marken mit klarer Performance-Positionierung haben hier weiterhin einen soliden, verteidigbaren Platz.

Bei Vitaminen, Multivitaminen, leicht dosierten Omega-3-Präparaten, Probiotika und Beauty-from-Within-Produkten wird Gummy zum Standardformat. Die Übernahmen von ILS Gummies und Grüns im selben Quartal – Q1 2026 – senden ein klares Signal: Wer als Supplement-Marke bis 2026 keine Gummy-Linie hat, ist bereits hinter der Kurve.

Die Produktionsbremse

Der Gummy-Boom erzeugt einen Engpass in der Produktionskapazität. Ein Gummy mit wirksamer Dosierung, stabiler Textur und langer Haltbarkeit zu formulieren ist technisch anspruchsvoller als das Befüllen von Kapseln. Spezialisierte Gummy-CDMOs haben 2026 Wartelisten. Wer jetzt in das Format einsteigen will, braucht länger bis zur Marktreife als erwartet – was ein struktureller Vorteil für alle ist, die bereits drin sind.