Courtney Dauwalter holt 4-Minuten-Rückstand in 15 km auf und gewinnt den Chianti Ultra Trail
Courtney Dauwalter hat den Chianti Ultra Trail by UTMB 120k 2026 in 11 Stunden, 31 Minuten und 55 Sekunden gewonnen. Ein dramatischer Schlussspurt in den toskanischen Hügeln machte es möglich. Mit noch 15 Kilometern vor sich lag sie knapp vier Minuten hinter Yngvild Kaspersen. Sie hat sie trotzdem eingeholt.
Eine kurzfristige Planänderung
Eigentlich war Dauwalter gar nicht für Chianti eingeplant. Sie wollte auf den Kanarischen Inseln starten, doch Sturmwarnung Therese zwang die Veranstalter zur Absage. Anstatt die Woche freizunehmen, entschied sie sich für Toskana und trat in Chianti Castles an.
Diese Entscheidung sagt einiges darüber aus, wie sie an Wettkämpfe herangeht. Viele Athleten hätten die ungeplante Pause genutzt. Sie wählte das Rennen. Kurzfristig, auf einem Kurs, für den sie sich nicht gezielt vorbereitet hatte.
Das Rennen: Ein Sieg aus der Schlussphase heraus
Der Kurs führte über 120 km durch die Chianti-Weinregion in der Toskana. Den Großteil des Tages führte Yngvild Kaspersen souverän. Mit 15 Kilometern bis ins Ziel hatte sie noch rund vier Minuten Vorsprung auf Dauwalter und eine Minute auf Rachel Entrekin, die auf Platz zwei lag.
Dann legte Dauwalter einen Gang zu. Zuerst schloss sie zu Entrekin auf, dann holte sie in den letzten Kilometern auch Kaspersen ein und überquerte die Ziellinie als Erste. Es ist ein Muster, das typisch für sie ist: oft verhaltener Start, fast immer gefährlich in der Schlussphase.
Thomas Cardin gewann das Männerrennen in 9:58. Kaspersen wurde Zweite bei den Frauen, Entrekin Dritte.
Ein starker Auftakt in Dauwalters Saison 2026
Der Sieg beim Chianti Ultra Trail ist ein gelungener Saisonstart für Dauwalter. Auch wenn das Rennen nie Teil ihres ursprünglichen Plans war. Laut iRunFar ist ihr wichtigstes Frühjahrsziel der Cocodona 250 im Mai. Ein Rennen, bei dem sie letztes Jahr einen seltenen DNF kassierte. Der Hardrock 100 im Juli steht ebenfalls im Kalender.
Die Saison 2026 bestätigt, was die Trail-Running-Welt schon länger weiß: Dauwalter bleibt die Messlatte im Frauen-Ultrarunning. Sie kann auf nahezu jedem Kurs gewinnen. Auch auf einem, für den sie sich als kurzfristiger Ersatz angemeldet hat.