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Trail-Wochenbericht: Rekorde und Sieger, Woche vom 28. September

Ein vollgepacktes September-Wochenende mit Streckenrekorden beim Bear 100, starken Mammoth-Resultaten und Kipngenos nächstem GTWS-Sieg.

Trail runner crests a rocky alpine ridgeline at golden hour, arms pumping in full effort.

Bear 100 Mile: Neue Streckenrekorde im Uinta-Gebirge

Das letzte September-Wochenende hat es noch einmal richtig in sich gehabt. Beim Bear 100 Mile in Utah und Idaho wurden gleich auf beiden Seiten neue Streckenrekorde aufgestellt. Die Bedingungen stimmten, die Form auch. Was dabei herauskam, darf man getrost als historisch bezeichnen.

Bei den Männern lief Hayden Hawks die Strecke durch das Uinta-Gebirge in einer Zeit, die den bisherigen Rekord deutlich unterbietet. Hawks, bekannt für seine Konstanz auf langen Distanzen, blieb von Beginn an im roten Bereich und zahlte nicht dafür. Bei den Frauen lieferte Audrey Tanguy eine ebenso beeindruckende Vorstellung ab und schraubte die Bestmarke auf ihrer Seite ebenfalls nach unten.

Der Bear 100 gilt als einer der anspruchsvollsten Herbst-Ultras in den USA. Rund 6.000 Höhenmeter, wechselhaftes Gelände und oft kühle Nachttemperaturen machen das Rennen zu einem echten Test. Dass ausgerechnet jetzt neue Rekorde fallen, passt zu einem Trend, der sich durch den gesamten Herbst zieht: Die Zeiten werden schneller, die Athletinnen und Athleten immer besser vorbereitet. Wie stark das Ultra-Wochenende vom 26. September insgesamt war, zeigen auch die Ergebnisse aus anderen Rennen dieses Wochenendes.

  • Strecke: Logan, Utah bis Bear Lake, Idaho
  • Distanz: ca. 161 km mit rund 6.000 Hm
  • Männer-Sieger: Hayden Hawks (neuer Streckenrekord)
  • Frauen-Siegerin: Audrey Tanguy (neuer Streckenrekord)

Mammoth Trailfest: Doppelter Einsatz in der Sierra Nevada

Auf der anderen Seite der Rockies, hoch oben in der Sierra Nevada, lief das Mammoth Trailfest gleichzeitig auf Hochtouren. Das Festival bot sowohl ein Golden Trail World Series-Rennen als auch ein Skyrunner World Series-Event. Das bedeutete: Zwei Wettkampfserien, zwei Zielgruppen, ein Wochenende.

Im 50K-Rennen der Golden Trail World Series zeigten vor allem die Athletinnen und Athleten mit Blick auf die Gesamtwertung Flagge. Wer noch Punkte brauchte, musste hier liefern. Und das taten einige. Die Strecke rund um Mammoth Lakes verlangt allem, was du mitbringst: technisches Gelände, Höhe, wenig Gnade für schlechtes Pacing.

Das 50-Meilen-Rennen lieferte nochmals eine andere Geschichte. Auf der längeren Distanz setzten sich jene durch, die ihre Energie über Stunden klug einteilen konnten. Die Ergebnisse fielen stark aus. Das Mammoth Trailfest hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Herbst-Treffpunkte der nordamerikanischen Trailrunning-Szene entwickelt. Einen weiteren Meilenstein setzte das Event zudem mit dem weltweit ersten Preisgeld für Para-Athleten im Trail Running. Dieser Jahrgang hat diesen Ruf weiter gefestigt.

  • Rennen: 50K (GTWS) und 50 Miles (SWS)
  • Ort: Mammoth Lakes, Kalifornien
  • Besonderheit: Doppelter Serienkalender an einem Standort
  • Höhe: Start auf über 2.400 m ü.M.

Patrick Kipngeno: Der Mann, den die Golden Trail World Series nicht stoppen kann

Patrick Kipngeno macht genau da weiter, wo er aufgehört hat. Der kenianische Trailrunner hat beim Rennen in China erneut gewonnen und seine Führung in der Golden Trail World Series ausgebaut. Es ist mittlerweile keine Überraschung mehr. Es ist Normalzustand.

Was Kipngeno von anderen abhebt, ist nicht nur seine Schnelligkeit auf flachen Abschnitten. Er kombiniert Laufökonomie mit technischem Geschick auf eine Art, die in der GTWS selten zu sehen ist. In China, auf einem Kurs mit erheblichem Höhenprofil und teils anspruchsvollem Untergrund, hat er seine Stärken einmal mehr ausgespielt. Ähnlich dominant traten zuletzt auch Amélie Dentis und Erik Nilsson beim Rollercoaster 21 auf und zeigten, wie hungrig die neue Trailrunning-Generation ist.

Für die Gesamtwertung bedeutet sein Sieg: Der Titel rückt näher. Die Konkurrenz müsste bei den verbleibenden Rennen nahezu alles richtig machen, während Kipngeno gleichzeitig patzen müsste. Beides gleichzeitig ist schwer vorstellbar. Das letzte Wort ist zwar noch nicht gesprochen. Aber die Richtung ist klar.

  • Athlet: Patrick Kipngeno (Kenia)
  • Rennen: GTWS China
  • Status in der Gesamtwertung: Führend, mit komfortablem Vorsprung
  • Besonderheit: Bereits mehrere Saisonsiege im selben Kalender

Skyrunner World Series in Spanien: Ein Saison-Finale mit Nachdruck

Während in Utah, Kalifornien und China die Rennen liefen, schloss sich in Spanien der Kreis für die Skyrunner World Series. Gleich mehrere Rennen auf der iberischen Halbinsel setzten an diesem Wochenende den Schlusspunkt unter einen langen, dichten Saison-Kalender.

Die spanischen Skyrunner-Rennen gelten für ihren technischen Charakter. Kurze, explosive Anstiege, felsiges Terrain und hohe Anforderungen an Koordination und Mut auf dem Abstieg. Das ist nichts für Athletinnen und Athleten, die Sicherheit über Risiko stellen. Wer hier vorne landet, hat beides richtig hingekriegt.

Das Ergebnis: Ein Wochenende, das über drei Kontinente hinweg Spitzensport geboten hat. Europa, Nordamerika, Asien. Ultras, Bergrennern, Serienentscheidungen. Für Trailrunning-Fans war es das dichteste Wochenende des Herbstes. Und es hat einmal mehr gezeigt, wie global die Szene inzwischen aufgestellt ist.

  • Serie: Skyrunner World Series (SWS)
  • Austragungsort: Spanien (mehrere Rennen)
  • Charakter: Technisch, kurz, explosiv
  • Bedeutung: Saisonabschluss für mehrere SWS-Kategorien