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Mastrov ubernimmt 24 Hour Fitness zuruck: Was es bedeutet

Mark Mastrov kauft 24 Hour Fitness zurück. Was das für Betreiber im Large-Format-Segment bedeutet und welche Fragen der Deal aufwirft.

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Mark Mastrov kehrt zurück – und diesmal mit anderem Kapital im Rücken

Am 5. Oktober 2026 wurde offiziell bestätigt, was in der Branche schon länger gemunkelt wurde: Mark Mastrov, der ursprüngliche Gründer von 24 Hour Fitness, hat die Kette zurückgekauft. Gemeinsam mit dem Private-Equity-Unternehmen LongRange Capital übernimmt er die Rolle des Owner und Executive Chair. Das ist kein symbolischer Titel. Mastrov sitzt wieder an der Spitze der Kette, die er einst aufgebaut hat.

Für alle, die den US-Fitnessmarkt von außen beobachten, klingt das nach einer sauberen Storyline. Gründer kauft sein Baby zurück, alles wird gut. Aber wer im operativen Geschäft arbeitet, weiß: Founder-Energy allein reicht nicht. Entscheidend ist, was LongRange Capital bereit ist zu investieren, wie schnell Capex freigegeben wird und ob das neue Führungsduo eine klare Positionierung durchzieht, anstatt in alten Mustern zu verharren.

Mastrov hat 24 Hour Fitness ursprünglich zu einer der größten Fitnessketten der USA aufgebaut. Mit seinem Rückkauf signalisiert er, dass er die Kette nicht verwalten, sondern neu ausrichten will. Ob das gelingt, hängt weniger von seiner Vision ab als von der Disziplin, mit der diese Vision umgesetzt wird.

Kapitel 11, 130 geschlossene Standorte und was danach kam

Im Juni 2020 beantragte 24 Hour Fitness Insolvenzschutz nach Chapter 11. Mehr als 130 Standorte wurden geschlossen, Tausende Mitarbeitende verloren ihre Stellen, und eine Kette, die einmal als Standard im Mid-Market-Segment galt, schrumpfte auf einen Bruchteil ihrer früheren Präsenz zusammen. Die Pandemie hat den Prozess beschleunigt, aber die strukturellen Probleme lagen tiefer.

Unter der restrukturierten Eigentümerschaft nach 2020 hat die Kette überlebt, aber nicht wirklich aufgeholt. Das Markenimage blieb angeschlagen. Investitionen in die Standortqualität blieben hinter dem zurück, was Mitbewerber in derselben Zeit auf die Fläche brachten. Das Mitgliederwachstum stagnierte in einem Markt, der gleichzeitig brummte.

Dieser Kontext ist wichtig, wenn du den jetzigen Buyback einordnen willst. Mastrov übernimmt keine frisch polierte Kette. Er übernimmt einen Betrieb mit Altlasten, erkennbaren Lücken im Portfolio und einer Mitgliederbasis, die in den letzten Jahren nicht gewachsen ist. Das ist der Ausgangspunkt, von dem aus er arbeiten muss.

Planet Fitness, EoS und Crunch haben die Zeit genutzt

Während 24 Hour Fitness nach der Insolvenz mit sich selbst beschäftigt war, haben die direkten Mitbewerber im Value-Segment massiv expandiert. Planet Fitness hat seine Standortzahl weiter ausgebaut und sich als unangefochtener Marktführer im Low-Cost-Bereich etabliert. EoS Fitness hat in 2025 und 2026 neue Märkte erschlossen und dabei auf großflächige, gut ausgestattete Clubs gesetzt. Crunch hat seine Franchise-Aktivitäten beschleunigt und zeigt, dass auch das Mid-Market-Segment deutliches Wachstum erlaubt – wie zuletzt die Übernahme von 22 Crunch-Standorten durch Fitness Ventures eindrücklich belegt.

Das bedeutet für Mastrovs Team: Der Markteintritt findet nicht in einem Vakuum statt. Jeder neue oder renovierte Standort konkurriert direkt mit Betreibern, die in den letzten vier Jahren Kapital eingesetzt, Systeme optimiert und Mitgliedererwartungen geprägt haben. Die Latte liegt höher als 2020.

Für Operatoren im Large-Format-Segment ist das eine relevante Beobachtung. Der Wettbewerb ist nicht mehr nur über den Preis zu gewinnen. Mitglieder erwarten heute digitale Integration, saubere Anlagen, funktionale Ausstattung und eine klare Markenpersönlichkeit. Wer in diesem Umfeld mit einem schwachen Renovierungsrückstand antritt, verliert Mitglieder still und leise, ohne große Abwanderungswelle, einfach durch Nichtentscheidung.

Was dieser Deal für Betreiber und das Large-Format-Segment bedeutet

Der Mastrov-Buyback wirft für alle, die in großen Clubformaten operieren, einige direkte Fragen auf. Erstens: Wie aggressiv wird das neue Führungsduo bei Capex-Investitionen vorgehen? Ein echter Brand-Reset in diesem Segment kostet Geld. Standortrenovierungen, neue Gerätezyklen, digitale Systeme, alles zusammen summiert sich schnell auf Beträge, die institutionelle Geduld erfordern.

Zweitens: Kann ein Founder-geführtes Unternehmen die Entscheidungsgeschwindigkeit erhöhen, die institutionell verwaltete Ketten oft vermissen lassen? Das ist ein reales Argument für die Rückkehr von Mastrov. Gründer treffen operative Entscheidungen anders als angestellte CEOs. Sie haben Skin in the Game, kennen das Produkt und müssen sich nicht durch drei Komitee-Ebenen bewegen, bevor ein Standort saniert wird.

Gleichzeitig bringt PE-Disziplin eine eigene Dynamik mit. LongRange Capital wird Return-Erwartungen haben. Das kann dazu führen, dass kurzfristige EBITDA-Optimierung gegen langfristige Markeninvestition abgewogen werden muss. Diese Spannung ist keine Schwäche des Deals, aber sie ist real und wird Entscheidungen prägen. Wie solche PE-Strategien im Fitnessmarkt 2026 konkret aussehen, zeigen die Entwicklungen bei L Catterton, Gainline und Anytime Fitness.

Was Betreiber in anderen Large-Format-Gyms aus diesem Deal lernen können, lässt sich in drei Punkten bündeln:

  • Markenrelevanz ist kein Selbstläufer. 24 Hour Fitness zeigt, was passiert, wenn ein etablierter Name über Jahre keine klare Positionierung mehr liefert. Mitglieder wechseln zu Ketten, die eine bessere Antwort auf ihre Erwartungen geben.
  • Capex-Timing entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit. Wer Renovierungszyklen zu lange herauszögert, verliert nicht durch ein schlechtes Produkt, sondern durch ein veraltetes. Der Vergleich mit neuen Standorten von EoS oder Crunch ist für Mitglieder täglich sichtbar.
  • Founder-Governance hat echte Vorteile in kapitalintensiven Segmenten. Wenn die Entscheidungshoheit bei jemandem liegt, der das Geschäftsmodell von innen kennt, sinkt die Latenz bei operativen Entscheidungen. Das ist ein struktureller Vorteil, kein emotionaler.

Mastrovs Rückkehr zu 24 Hour Fitness ist kein nostalgisches Projekt. Es ist ein kalkulierter Versuch, eine Kette mit echtem Flächenpotenzial neu auszurichten. Ob dieser Versuch gelingt, wird sich in den nächsten 18 bis 24 Monaten zeigen, an der Qualität der Standortinvestitionen, an der Klarheit der Markenbotschaft und daran, ob LongRange Capital bereit ist, die nötige Zeit zu geben, damit eine echte Repositionierung sichtbar wird.